Gesundheitsexperten

Gesund leben, das ist oft einfacher gesagt als getan. Die IKK Gesundheitsexperten Regina Tessarzik, Anke Hagemann und Frank Hahn helfen Ihnen dabei mit nützlichen Tricks und Tipps

Die IKK-Gesundheitsexperten antworten

Im Januar-Voting haben Sie abgestimmt und sich für die Leserfrage an Anke Hagemann entschieden: Hilft eine Low-Carb-Diät (dt.: wenig Kohlenhydrate) beim Abnehmen - und ist sie überhaupt gesund?

Anke Hagemann ist Ernährungsexpertin bei der IKK classic

Anke Hagemann ist Gesundheitsexpertin der IKK classic mit dem Schwerpunkt Ernährung.

Die Ernährungsregeln von Low-Carb-Diäten können mitunter ziemlich unterschiedlich sein – mal wird die Aufnahme von Kohlenhydraten reduziert, manchmal wird bei einzelnen Mahlzeiten sogar komplett auf sie verzichtet.

Grundsätzlich ist gegen eine Low-Carb-Ernährung nichts einzuwenden. Laut Studien nehmen Übergewichtige so sogar schneller ab als wenn sie auf Fett verzichten würden. Allerdings nur zu Beginn der Diät. Dieser anfängliche Vorteil verliert sich im Laufe der Zeit. Schwierig an der speziellen Diät ist, dass sie nicht unseren Gewohnheiten entspricht. Im Urlaub oder zu Gast bei Freunden fällt es oft schwer, auf das Pastagericht zu verzichten oder den Brotkorb unangetastet zu lassen.

Kalorienzufuhr reduzieren

Wer erfolgreich abnehmen möchte, sollte deshalb lieber die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) beherzigen:

Ob jemand abnimmt oder nicht, entscheidet nämlich immer die gesamte Energiebilanz eines Tages. Wer tagsüber wenig isst und abends dann eine Portion Nudeln, kann abnehmen – sofern die Gesamtkalorienzahl unter dem liegt, was der Körper braucht. Für eine langfristige Gewichtsabnahme sollte die tägliche Kalorienzufuhr um rund 500 Kalorien reduziert und ein kritischer Blick auf das eigene Essverhalten geworfen werden. Das ist oft auch ein Grund für die Gewichtszunahme.

Auf Getreide und Hülsenfrüchte setzen.

Laut DGE sollte nicht komplett auf Kohlenhdyrate verzichtet werden – denn sie gehören auf den täglichen Speiseplan. Doch es gibt bessere und schlechtere. Komplexe Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten, Getreide und Hülsenfrüchte sollten Sie den Vorzug geben - sie sättigen gut. Der Blutzucker steigt durch ihren Verzehr nur langsam an und bleibt über längere Zeit konstant - Heißhungerattacken werden so vermieden.

Bei der Diskussion um das Für und Wider kohlenhydratarmer Diäten gerät leicht in Vergessenheit, dass das Gelingen einer Gewichtsreduktion ein sehr komplexes Thema ist und auch andere Bedürfnisse wie Essmuster, Geschmacksvorlieben und vor allem das Ausmaß der körperlichen Aktivität den Erfolg mitbestimmen.

Mit einer vollwertigen Ernährung nach den Empfehlungen der DGE ist langfristig eine Ernährung mit weniger strikten Regeln und mehr persönlichem Spielraum möglich:

Die 10 Regeln der DGE