Fortsetzung: Das erste Jahr mit Baby

Baby jakob entwickelt sich rasant. Er legt nicht nur an Gewicht zu, sondern macht auch erste Essversuche.

Bauchgefühl schlägt Bücherstapel

Ulrike Richter, Mitarbeiterin der IKK classic, berichtet in aktiv+gesund von ihrem ersten Jahr mit Baby Jakob. In der ersten Folge erzählte sie von den Wochen nach der Geburt im Versorgungsmodus und der Rolle des großen Bruders. Wenige Monate später hat sich der Alltag eingestellt und Jakob ist bereits richtig quirlig – die spannende Zeit geht weiter.

 

Nach den ersten Wochen im geschützten Terrain unserer Wohnung und kurzen Ausflügen nach draußen, kehrt mit den folgenden Monaten Routine ein. Aus dem schläfrigen Winzling ist inzwischen ein richtig properes Kerlchen geworden. Jakob schläft immer weniger und untersucht alles, was ihm in die Finger kommt – vorzugsweise mit dem Mund. Nach und nach wird sein Bewegungsradius größer. Bald schafft er es, sich aus eigener Kraft vom Rücken auf den Bauch zu drehen.

TIPP

Wenn ein Baby etwa drei Monate alt ist, begreift es erste Zusammenhänge. Um diesen Forscherdrang zu fördern, eignen sich zum Beispiel Knisterspielzeuge oder Tücher mit unterschiedlichen Strukturen.

Das erste Jahr mit Baby

Jakob nimmt ein Bad inmitten bunter Bälle.

Kontakt nach draußen

Obwohl ich die Zeit mit meinen Söhnen sehr genieße, bin ich auch über Abwechslung dankbar. Denn nur zu Hause zu sitzen und in Babysprache zu kommunizieren, ist nicht gerade meine Wunschvorstellung vom Leben. Vor der Geburt meiner Kinder war ich dafür viel zu lange aktiv und gerne im Arbeitsleben. Auch die Pause vom Job fiel mir deshalb am Anfang nicht ganz leicht. Durch die Geburtsvorbereitung und den Rückbildungskurs habe ich zum Glück viele andere Mütter kennengelernt. Regelmäßig unternehmen wir gemeinsam etwas und tauschen uns aus. Es ist total wichtig, von Menschen umgeben zu sein, denen es genauso geht, wie einem selbst. Wir geben uns gegenseitig Tipps und können so Unsicherheiten im Umgang mit dem Baby ausräumen. Zudem kommen Jakob und ich so auch mal raus.

Das erste Jahr mit Baby

Die beiden Brüder spielen miteiander.

Unsicherheit lässt nach

Beim ersten Baby war ich hypersensibel. Jedes Mucken von Johannes hat mich aufhorchen lassen – jetzt bin ich viel entspannter. Mit Jakob laufe ich nicht mehr bei jeder Erkältung sofort zum Arzt. Ich weiß, was zu tun ist und wann eine Situation kritisch werden kann. Die Angst etwas falsch zu machen, ist trotzdem immer im Hinterkopf. Schließlich tragen Eltern eine riesige Verantwortung. Ständig müssen wir für die Kinder Entscheidungen treffen – sie können sich ja nicht äußern, wenn sie so klein sind: Wann geht man zum Arzt? Was ist die richtige Betreuung – Kita oder Tagesmutter? Sollte ich als Mutter doch zu Hause bleiben? Tue ich meinem Kind mit dem Schwimmkurs etwas Gutes? Beinahe täglich wird eine Frage dieses Formats abgewogen.

TIPP

Das erste Jahr mit Baby

Zwischen dem sechsten und neunten Monat genügt die Muttermilch nicht mehr alleine, um das Kind satt zu machen. Es ist Zeit für die erste Beikost. Gleichzeitig können schon die ersten Zähne zum Vorschein kommen. Das ist nicht gerade angenehm für die Kleinen. Ein kühlender Beißring kann dann für Linderung sorgen.

Erste Beikost

Besonders heiß ist die Frage nach dem Essen – ein Thema, das über Jahre anhält. Es fängt ja schon mit dem Speiseplan während der Schwangerschaft an. Dann geht es weiter: Stillen oder Flasche? Was, wenn es mit dem Stillen nicht klappt? Es spielen sich bei frischgebackenen Müttern regelrechte Dramen um Milchpumpe und Co. ab.  Nach gut einem halben Jahr darf Jakob dann erstmals selbst entscheiden, was ihm schmeckt. Mit der ersten Beikost wird er in die Vielfalt der Geschmäcker eingeführt. Blöd nur, dass er offenbar gar keine Lust darauf hat. Die Breischälchen sind grundsätzlich interessant. Aber dieser Mehraufwand beim Essen könnte nicht weniger Gefallen bei ihm auslösen. Er bleibt lieber bei dem, was er kennt: Milch.

Bauchgefühl hilft am zuverlässigsten.

Diese Umstellung war echt ein kleiner Kampf. Dank der Hebamme hat es dann irgendwann geklappt. Jetzt essen beide Jungs total gerne. Kein Lehrbuch der Welt hilft in solchen Phasen. Es prasseln so viele Ratschläge auf uns ein. Egal, ob aus Ratgeberliteratur, von Großeltern oder Bekannten. Am Ende erzählt jeder etwas Anderes. Mir hat am Ende der gute Draht zu meiner Hebamme geholfen und ich habe gelernt, auf mein Bauchgefühl zu hören. Und das funktioniert in der Regel am zuverlässigsten.

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