Ernährung in der Kita

Schon im Kindergartenalter ist es wichtig, dass die Jüngsten erfahren, was gesunde Ernährung bedeutet.

Die jungen Ernährungsprofis

Das Projekt „Die Kleinen stark machen.“ fördert das frühkindliche Essverhalten präventiv und stärkt das Bewusstsein der Kinder für eine natürliche und gesunde Ernährung. Wie das funktioniert, macht eine Kita im hessischen Eppstein vor.

 

Im Tagesraum der Kita Sankt Jakobus duftet es nach frischen Erdbeeren, die neben Birnen, Bananen, Orangen und Pfirsichen auf dem kinderhohen Gruppentisch liegen. Während die kleine Lily sorgfältig das Obst auf ihrem hellblauen Brettchen schneidet, konzentriert sich Hannes ganz auf die Schüssel mit dem Speisequark: Mit einem großen Löffel verrührt er langsam die weiße Masse. „Muss noch mehr Zitrone hinein?“, fragt ihn Diplom-Ernährungswissenschaftlerin Melanie Wirtgen. Hannes probiert den Quark, schaut kurz hoch in die Luft und antwortet schließlich mit einem fachkundigen Gesichtsausdruck: „Ja, ein wenig fehlt noch.“ An diesem Mittwochvormittag bereitet er zusammen mit 20 weiteren Kindern im Alter von vier und fünf Jahren einen Früchtequark zu. Dazu gibt es Käsehäppchen. Schließlich lautet das Thema an diesem Morgen „Milch- und Milchprodukte“.

Ernährung, Prävention

Melanie Wirtgen erklärt mit Handpuppe Mikki, dass Milchschokolade vor allem aus Zucker besteht.

Helfer aus Stoff

Diese Szene ist Teil des IKK-Projekts „Die Kleinen stark machen.“, das derzeit in der Kindertagesstätte Sankt Jakobus im hessischen Eppstein stattfindet. Diplom-Oecotrophologin Melanie Wirtgen leitet das Projekt und besucht die jungen Teilnehmer alle vier Wochen. Dann geht es nur ums Essen: Wo es herkommt, was gesund ist, wie es zubereitet wird – und natürlich auch wie es schmeckt. Mit Handpuppe „Mikki“ erklärt Wirtgen zum Beispiel kindgerecht, warum Milchschokolade, anders als der Name vermuten lässt, viel Zucker und nur ganz wenig Milch enthält.

Süßes nur dosiert genießen

„Wir möchten den Kindern zeigen, dass gesundes Essen spannend, abwechslungsreich und lecker ist“, sagt die Ernährungsexpertin. Natürlich sollten Kinder auch Süßigkeiten essen dürfen, jedoch nur in Maßen – „nicht mehr als eine volle Kinderhand am Tag“ – und nach festen Regeln. Zu einem ausgewogenen Frühstück gehöre nämlich keine Schokolade, sondern ein gesundes Müsli oder ein vollwertiges Brot mit einem Milchprodukt und Obst.

Die Kindheit entscheidet über den Geschmack

Bereits im Kindesalter wird das Essverhalten genauso erlernt, wie die Wahrnehmung von Hunger- und Sättigungssignalen oder etwa die Lieblingsspeisen. Erfolgreich kann Ernährungserziehung aber nur dann sein, wenn die Kinder selbst das nötige Wissen über die verschiedenen Nahrungsmittel haben und eigenständig entscheiden können.

Die Kinder sind mit Begeisterung dabei.

Kerstin Haupt, die Leiterin der Kita St. Jakobus, zieht eine positive Zwischenbilanz des Ernährungsprojekts. „Die Kinder haben viel Freude und sind mit Begeisterung dabei. Sie lernen interessante Lebensmittel kennen und es macht ihnen besonders viel Spaß, diese dann auch selbst zubereiten zu können.“ Und: Der Lerneffekt sei nachhaltig. "Regelmäßig organisieren wir in den Gruppen ein gemeinsames Frühstück, zu dem jedes Kind etwas mitbringt", sagt sie. Zuvor werde dann beraten, was es sein könnte. "Dann sagen die Kinder von sich aus bei manchen Vorschlägen: 'Das ist doch gar nicht gesund, das geht nicht.' " Dadurch, dass Kinder teilnehmen, die noch ein Jahr in der Kita bleiben, werde dieses erlernte Wissen auch untereinander weitergegeben. Dennoch möchte die Einrichtung das Projekt aufgrund der positiven Erfahrungen regelmäßig wiederholen und weitere Angebote in Anspruch nehmen. "So intensiv können wir das Thema Ernährung im Alltag sonst nicht in den Fokus stellen", so Haupt. 

Am Ende wird gefeiert

Auch die Eltern profitieren von dem Angebot. Es sei laut Haupt für die Eltern eine tolle Sache, dass ihre Kinder in der Kita „diese Vielfalt geboten bekommen und Anregungen mit nach Hause bringen.“ Die Rolle der Eltern hebt auch Wirtgen hervor. „Die Einbeziehung der Eltern ist entscheidend. Es ist wenig sinnvoll, dass die Kinder in der Kita etwas über Ernährung lernen, es zuhause aber nur Toast mit Nutella gibt.“ Deshalb findet in der Kita ein Elternabend statt, an dem die Eltern mehr über eine ausgewogene Ernährung ihrer Kinder erfahren. Am Ende des neunmonatigen Projekts gibt es zudem ein gemeinsames Abschlussfest.

Die Kleinen stark machen.

Mit ihrem Projekt möchte die IKK classic das Bewusstsein der Kinder für natürliche, gesunde und qualitativ hochwertige Ernährung stärken. Spielerisch lernen Kinder wo das Essen herkommt, wie es behandelt und zubereitet wird und wie es schmeckt. Das Projekt wird von einer Ernährungsfachkraft der IKK classic durchgeführt, besteht aus neun Modulen, einem Elternabend sowie einer Schulung für die Mitarbeiter der Kita.

Das Projekt verfolgt einen dualen Ansatz. Zweiter Teil ist ein Modul zur Bewegung der vier- bis sechsjährigen Teilnehmer. Auf dem Programm stehen unter anderem Lauf- und Bewegungsspiele. Das kräftigt nicht nur die Muskulatur, sondern schult auch noch ihre Wahrnehmung, Koordination, Reaktions-, Gleichgewichts- und Rhythmusfähigkeit sowie die räumliche Orientierung.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es hier.

Angebote der IKK classic

Erfahren Sie in unseren Broschüren "Gesund aufwachsen" und "Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen" mehr zum Thema.

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Bildnachweis: © S. Keiner/IKK classic