Vorsorge fürs Alter

Vorsorge für das Alter – was genau bedeutet das eigentlich?

Wie bereite ich mich aufs Alter vor?

Viele Menschen, die sich über die Zeit nach ihrem Arbeitsleben Gedanken machen, stellen dabei vor allem die finanzielle Absicherung in den Fokus. Doch auch wenn es nicht gerade angenehm ist, sollten möglichst frühzeitig bestimmte Situationen geregelt werden. Eine Übersicht über die wichtigsten Punkte.

Alter, Krankheit und Tod: Es sind diese Gewissheiten, die genau wie Geburt und Jugend zu unserem Leben gehören, die jedoch gerne verdrängt und vergessen werden. Solange es uns gut geht, wollen wir so wenig Gedanken wie möglich an eine möglicherweise unangenehme Zukunft verschwenden. Allzu große Arglosigkeit allerdings ist bedenklich: Denn je länger wir diese Entscheidungen hinauszögern, desto größer ist die Gefahr, dass wir im Ernstfall keine Vorsorge getroffen haben.

Welche Operationen sollen durchgeführt werden? Möchte ich im Ernstfall künstlich beatmet oder ernährt werden? Besonders im Alter oder im Zuge einer schweren Erkrankung oder nach einem Unfall kann es passieren, dass Patienten ihren freien Willen nicht mehr äußern können. Für diesen Fall ist es wichtig, eine Patientenverfügung in der Schublade zu haben, die offene Fragen eindeutig regelt. In der Patientenverfügung halten Sie fest, welchen medizinischen Maßnahmen Sie zustimmen und welche Sie ablehnen. Wer seine eigenen Wünsche frühzeitig festhält, entlastet gleichzeitig auch seine Angehörigen: Durch eine Patientenverfügung erhalten Sie für ohnehin schon schwierige und belastende Situationen die notwendige Klarheit. In Verbindung mit Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung (siehe unten) liegt ein eindeutiges Mandat vor, mit dem eventuellen gerichtlichen Betreuungsverfügungen vorgegriffen werden kann.

 

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Mit zunehmendem Alter kann es zu Situationen kommen, in denen wichtige Entscheidungen, die das eigene Leben betreffen, nicht mehr selbstständig getroffen werden können. Für diesen Fall kann eine Vorsorgevollmacht erstellt werden, solange man sich noch im Zustand voller geistiger Zurechnungsfähigkeit befindet. In ihr wird geregelt, wer in Vertretung welche wichtigen Entscheidungen treffen darf, beispielsweise über Heimaufenthalte, Operationen oder Bankgeschäfte, sobald ein Arzt die Geschäfts- und Handlungsunfähigkeit feststellt. Sofern es sie gibt, muss auch ein Bevollmächtigter nach den Vorgaben einer Patientenverfügung handeln. Existiert keine Vorsorgevollmacht, kann das zuständige Amtsgericht einen Betreuer bestimmen – unter Umständen kann dies sogar eine fremde Person sein. Eine Vorsorgevollmacht sollte in jedem Fall schriftlich festgehalten und notariell beglaubigt werden.

In diesem formlosen Schreiben kann ein Mensch einen Vorschlag machen, wer im Falle der eigenen Handlungsunfähigkeit – beispielsweise nach einem Unfall – die Betreuungsperson werden soll. Dieser Wunsch wird von einem Gericht geprüft und kann bei Zweifel an der Eignung dieser Person auch verweigert werden. Im Gegensatz zur Vorsorgevollmacht, bei der der Bevollmächtigte zum Vertreter des eigenen Willens bestimmt wird und vollumfängliches Vertrauen genießt, muss eine Betreuungsperson dem zuständigen Gericht zudem regelmäßig berichten und wird von diesem kontrolliert. Im Gegensatz zum Bevollmächtigten wird ein bestellter Betreuer in der Regel bezahlt.

Diese sogenannte „letztwillige Verfügung“ bestimmt über die Verteilung des eigenen Vermögens im Todesfall. Ein Testament kann nur verfasst, geändert oder aufgehoben werden, wenn man sich im Zustand der Testierfähigkeit befindet. Der Letzte Wille kann sowohl selber handschriftlich verfasst werden als auch von einem Notar erstellt und beglaubigt werden.

Wie eine Patientenverfügung zu mehr Selbstbestimmung verhilft

Lesen Sie hier das Interview mit Gesundheitsexpertin Gudrun Schaich-Walch.


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