Gesunde Kinderzähne

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Die richtige Vorsorge
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Zahnpflege beginnt in der Schwangerschaft

Das Zahnfleisch ist durch die ­hormonelle Umstellung der ­Mutter anfälliger für Entzündungen. Unbehandelt können sie das Ungeborene gefährden. Sorgfältige tägliche Mundhygiene inklusive professioneller Zahnreinigung ist Pflicht. Ebenso der halbjährliche Besuch beim Zahnarzt.

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Vom Baby bis zur Einschulung

Bei Kindern unter 2 Jahren übernimmt der Kinderarzt die ­Untersuchung. Kinder von 2 bis 5 Jahre können insgesamt drei zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen wahrnehmen. Schwerpunkt ist die Aufklärung der Eltern. Für jedes Alter gibt der Zahnarzt Anweisungen, Empfehlungen und kontrolliert das Gebiss. Je nach Zustand behandelt er die Zähne. Individuelle Beratung erfordert viel Einfühlungsvermögen: Nicht jedes Kind verhält sich beim Zahnarzt altersgerecht.

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Von der Einschulung bis ins Teenie-Alter

Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren können sich zweimal im Jahr zur Verhütung von Zahnerkrankungen untersuchen lassen (Individualprophylaxe). ­Der Zahnarzt kontrolliert ­Gebiss und Pflege. Bei Bedarf gibt er nochmal Tipps zum richtigen Zähne­putzen und zur zahnfreundlichen Ernährung. Im Anschluss poliert und fluoridiert er die ­Zähne. Eine Versiegelung – eine dünne Kunststofflack-Schicht wird bei Bedarf auf die hinteren Backenzähne aufgetragen.


Richtig putzen
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Vorbild sein

Eltern sollten ihrem Nachwuchs zeigen, wie gründliches Zähneputzen funktioniert. Ab zwei Jahren ist das Kind soweit, Mundpflege spielerisch zu lernen. Eltern sollten es dennoch weiterhin anleiten. Kontrolle und Nachputzen sind meist bis zum achten Lebensjahr notwendig, bis eigenständig alle Stellen gründlich geputzt werden.


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Die richtige Zahnpasta

Kinderzahnpasta schmeckt süß, zum Beispiel nach Erdbeere – enthält aber keinen schädlichen Zucker. Weil sie öfter verschluckt wird, enthält sie wenig Fluor, maximal 0,05 %. Im Grundschulalter wird Junior-Zahnpasta mit etwas höherem Fluorgehalt verwendet, eine erbsengroße Menge reicht aus. ­ Sie schmeckt weniger süß.


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Zeit im Blick

Eine Zahnputzuhr hilft die Zeit im Blick zu halten. Wichtig: ­Niemals schrubben, das verletzt das Zahnfleisch. Nach dem ­Ritual Zahnbürste mit Wasser spülen. Mit der Bürste nach oben in einen Zahnputzbecher ­stellen. Nach spätestens ­drei ­Monaten erneuern.


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Keine Zahnseide benutzen!

Zahnseide ist für das ­Erwachsenengebiss gemacht, in dem die Zähne eng bei­einander stehen. Zudem ist die Hand­habung anspruchsvoll. ­Zwischen ­Kinderzähnen ist mehr Platz. Ordentliches ­Zähneputzen reicht, um ­Speisereste und Bakterien ­ zu entfernen.

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Die richtige Zahnbürste

Für die ersten Milchzähnchen eignen sich Watte­stäbchen, später eine weiche Babyzahnbürste. ­Sobald das Kind die Zahnbürste selbstständig halten und bewegen kann, ist auf einen dicken, rutsch­festen Griff zu achten. Der Bürstenkopf ­sollte ­maximal zwei Zentimeter lang sein und abge­rundete Kunststoff-Borsten haben.


Putzen mit KAI Diese Methode hilft Kindern, richtiges ­Zähneputzen zu verinnerlichen. Erst die obere, dann die untere Zahnreihe. Von rechts nach links putzen:
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Kauflächen

eine Minute lang hin und her bürsten.

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Außenseiten

eine Minute lang in kreisenden Bewegungen von unten nach oben bürsten.

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Innenseiten

eine Minute lang in kreisenden Bewegungen von unten nach oben bürsten.


Essen für die Zähne
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Tipps zur zahngesunden Ernährung
  1. Babys sollten nur Wasser und ­ungesüßte Kräutertees trinken.
  2. Ein allumfassendes Süßigkeiten-Verbot steigert nur den Reiz. Lieber sollten Kinder nach der Hauptmahlzeit naschen. Anschließend ist gemeinsames Zähneputzen ratsam.
  3. Schlemmereien mit Zuckerersatzstoffen sind zahnfreundlicher. Am besten eignen sich Obst ­ und Gemüse als Snack für zwischendurch.
Kalzium für gesunde Zähne?

Die Ernährung in Industrieländern ­versorgt uns mit ausreichend Kalzium. Milch­produkte stärken die Allgemeingesundheit und wirken sich daher auch auf die Zähne positiv aus. Geheilt werden sie jedoch nicht.

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Das Gebiss
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Zahnwechsel

Zwischen dem sechsten und achten Lebensmonat bekommen Babys die ersten Milchzähne. Um das sechste Lebensjahr beginnt der Zahnwechsel. Die Schneidezähne fallen als erstes aus, als letztes die Backenzähne (bis zum zirka zwölften Lebensjahr).

Zahn-Problemzonen

Besonders gut geputzt werden sollten die Kauflächenvertiefungen der Backenzähne, die Zahn­zwischenräume und der Zahnhals. Dort ­nisten sich Bakterien ­besonders gerne ein.


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Zahn-Fehlstellungen

Die größten Risikofaktoren für schiefe ­Zähne sind Daumenlutschen und ­Nuckeln – der ständige Druck beeinflusst das Wachstum von Zähnen und Kiefer. ­Spätestens mit drei Jahren sollte dies abgewöhnt werden (Tipps gibt’s beim Zahnarzt). Zahn-Fehlstellungen können aber auch vererbt werden. Der Zahnarzt überprüft bei den Kontrolluntersuchungen auch die Stellung der Zähne. Extreme Fehlstellungen werden schon sehr früh behandelt (Grundschulalter oder jünger), etwa sehr weit vorstehende Zähne. Das übliche Zahnspangenalter liegt um das zehnte Lebensjahr herum.


Die häufigsten Mythen
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„Kranke Milchzähne müssen nicht behandelt werden. Sie fallen sowieso aus.“

Falsch! Milchzähne bleiben teils bis zum zwölften Lebensjahr im ­Mund. Sie sind Schmutzfänger, Bakterien können auch auf die später bleibenden Zähne übergreifen. Für ein gesundes ­ Milieu in der sauberen Mundhöhle müssen auch kranke Milchzähne repariert werden.


„Kinder müssen nicht zum Zahnarzt. Sie haben doch kaum Zähne.“

Falsch! Schon Kleinkinder sollten mit in die Praxis genommen werden, wenn Eltern oder Geschwister Termine haben. So gewöhnen sie sich früh an das Umfeld und das Team. Das erleichtert den ersten eigenen Besuch – und der kann schnell notwendig werden, etwa bei Karies oder unfall­bedingten Zahnschäden.

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Illustrationsgrafik: © Lorena Addotto


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