Rückenschmerzzentrum

Wer sein schmerzendes Kreuz früh behandeln lässt, hat gute Chancen auf eine schnelle Heilung.

Zusammen gegen den Schmerz

Für chronische Rückenbeschwerden gibt es meist mehr als eine Ursache. Dank einer Kooperation mit dem Rückenschmerz-Zentrum des Essener Universitätsklinikums unterstützt die IKK classic Betroffene dabei, in ein schmerzgelindertes, aktives Leben zurückzufinden. Das Besondere daran: Verschiedene Spezialisten arbeiten dort Hand in Hand.

Wer unter chronischem Rückenschmerz leidet, hat meist eine regelrechte Odyssee an Arztbesuchen und Therapieversuchen hinter sich. Und doch bringt der Marathon von Spezialist zu Spezialist oft nicht die ersehnte langfristige Linderung. „Das ist das Schicksal sehr vieler Rückenschmerzpatienten“, sagt Prof. Dr. Ulrike Bingel, Professorin für klinische Neurowissenschaften und Leiterin des Essener Rückenschmerz-Zentrums. „Wir wissen, dass bei chronischen Rückenschmerzen einseitige Therapieverfahren wie ausschließlich Medikamente, Physiotherapie, psychologische Gespräche oder sogar Operationen häufig nicht zum Ziel führen“, sagt Bingel. Sie setzt deshalb auf die Kraft des geballten Wissens aus unterschiedlichen Fachrichtungen: Dabei arbeiten Spezialisten aller für die Diagnose und Therapie relevanten Fachrichtungen eng zusammen und stimmen sich für eine individuelle Behandlung ab.


Viele Patienten, wenige Angebote

Der übergreifende Ansatz, bei dem unter anderem die drei zentralen Bausteine medizinische und psychologische Schmerztherapie sowie die Physio- beziehungsweise Trainingstherapie ineinandergreifen, verleiht dem im Sommer 2015 gegründeten Rückenschmerz-Zentrum einen besonders hohen Stellenwert, wie Bingel schildert. „Der Rückenschmerz ist die häufigste chronische Schmerzerkrankung. Das Versorgungsangebot für ambulante multimodale Schmerzbehandlung wie bei uns in Essen ist dagegen gering. In Deutschland gibt es weit mehr Patienten als Plätze, insbesondere in Tageskliniken“, ergänzt sie.

Ulrike Bingel

Die Expertin

Prof. Dr. med. Ulrike Bingel ist eine ausgewiesene Expertin auf dem Gebiet der ganzheitlichen Behandlung von Rückenschmerzen. Sie leitet die Schmerzambulanz der Uniklinik Essen und ist Fachärztin für Neurologie.

 © Universitätsklinikum Essen

 

Gemeinsam zum Ziel

Rückenschmerzen sind übrigens die häufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit – und gleichzeitig in ihren Auslösern am schwersten zu greifen. „Wenn es nicht gerade ein Bandscheibenvorfall ist, kommen Betroffene ihrem vielschichtigen Schmerz oft nicht bei“, weiß Daniela Kofferath, Leiterin des Referats Geldleistungen bei der IKK classic. In ihren Verantwortungsbereich fällt auch das AU-Fallmanagement der Krankenkasse, die exklusiv mit dem Rückenschmerz-Zentrum kooperiert.

Oft spielten bei langwierigen Rückenschmerzen psychische oder psychosoziale Belastungen wie Stress eine Rolle, ergänzt Kofferath. „Im Interesse unserer Kunden ist es uns deshalb wichtig, dass wir ihre Unterstützung nicht auf die Zahlung von Krankengeld beschränken, sondern gemeinsam einen Weg finden, damit sie so schnell wie möglich wieder gesund werden und ins Arbeitsleben zurückkehren können.“ Das gilt natürlich auch für Patienten, die sich noch nicht so lange mit Rückenschmerzen quälen. 

Wir beschränken die Unterstützung unserer Kunden nicht auf die Krankengeldzahlung.

„Genau hier setzt ein besonderer Versorgungsvertrag zwischen der IKK classic und dem Universitätsklinikum Essen an “, so Frank Meyer, Leiter des Bereichs Besondere Versorgungsformen. Die Patienten können sich dort von einem interdisziplinären Behandlungsteam aus Schmerzmedizinern, Schmerzpsychologen, Physiotherapeuten und Ärzten anderer Fachrichtungen (u. a. Neurochirurgie und Orthopädie) untersuchen lassen. Nach der interdisziplinären Untersuchung entscheiden die Ärzte und Therapeuten dann gemeinsam über die individuell angepasste multimodale Therapie.

Spürbare Besserung

Expertin Dr. Bingel rät allen Betroffenen dazu, sich schon früh in medizinische Behandlung zu begeben. Denn je länger ein Patient die Schmerzen im Kreuz erträgt, desto schwieriger wird es, ihn davon zu befreien: „Die frühe Behandlung ist einfacher und ihre Erfolgschancen sind höher.“ Doch auch schwere Fälle kriegen sie und ihre Kollegen oft wieder in den Griff. Patientenbefragungen des Zentrums belegen eine erfreuliche Erfolgsquote. „Bei den meisten bessern sich schon während der Therapie Bewegungs- und Funktionsfähigkeit deutlich.“

Erlernte Strategien und Übungen müssten nach Ende der Behandlung allerdings konsequent in Eigenregie weitergeführt werden. Bingel: „Nur, wenn der Betroffene Lebensstil und Bewegungsverhalten ändert, erhöht sich auch seine Lebensqualität wieder.” Um das zu gewährleisten, halten die Fallmanager der IKK classic engen Kontakt zu ihren Patienten. Kofferath: „Wir lassen unsere Versicherten nicht allein, wenn sie aus dem Behandlungsprogramm kommen, und suchen geeignete Maßnahmen, um sie auch danach zu unterstützen – zum Beispiel mit einer mehrstufigen Wiedereingliederung oder einem begleitenden Gesundheitskurs.“

Daniela Kofferath

Daniela Kofferath und ihr Team helfen bei Fragen weiter.

© IKK classic

IKK classic: professionelle Ansprechpartner, exklusiver Service

„Erster Ansprechpartner bei Rückenschmerzen ist idealerweise der Haus- oder Facharzt, um das weitere Vorgehen zu steuern“, sagt Daniela Kofferath. Die meisten Patienten seien schon länger arbeitsunfähig. Alle Betroffenen, für die das Rückenschmerz-Zentrum des Uniklinikums Essen mit dem besonderen Versorgungsprogramm eine Option sein könnte, sprechen die Fallmanager auf das Angebot an. Den ersten Termin dort vereinbaren die Patienten eigenständig per Telefon. Kommt nach der Anamnese eine Behandlung im Rückenschmerz-Zentrum infrage, folgen weitere Termine im Rahmen der multimodalen Schmerztherapie, die zwei bis vier Behandlungswochen umfasst. Bei der Vergabe werden Versicherte der IKK classic dank der Kooperation bevorzugt. Ein weiteres großes Plus der Kooperation ist der Zweitmeinungsservice: Empfiehlt ein behandelnder Arzt eine Operation, kann sich der Patient im Zentrum bei Fachärzten für Neurochirurgie dazu beraten lassen.

Engmaschige Begleitung

Vor, während und nach der Behandlung im Essener Rückenschmerz-Zentrum klärt das Fallmanagement der IKK classic individuelle Therapie- und Kostenfragen. Zudem sind die Mitarbeiter Ansprechpartner für den Versicherten. „Wir helfen dem Patienten bei allem, was er für seine Rehabilitation benötigt. Idealerweise kann er am Ende wieder arbeiten gehen“, sagt Daniela Kofferath.



Was passiert im Rückenschmerz-Zentrum?

Die Schritte von der Erstinformation bis zur Nachsorge:

Bei der Erstanamnese klärt das Team, ob und wie eine Behandlung im Zentrum möglich ist. Anschließend untersuchen Fachleute verschiedener Disziplinen den Patienten. Unter anderem sind das Schmerzmediziner, Schmerzpsychologen, Physiotherapeuten und weitere Fachärzte, etwa Orthopäden oder Neurochirurgen. Das Programm stimmen alle Beteiligten auf Basis dieser umfassenden Diagnostik untereinander ab.

Die Therapie findet in der Tagesklinik statt. Und das über zwei oder vier Wochen werktäglich zwischen 8:30 und 16:30 Uhr. Das Programm umfasst Physio-, Trainingstherapie sowie psychologische Therapie. Einen weiteren wichtigen Anteil macht Aufklärung aus, bei der Patienten Wissenswertes über den menschlichen Körper, Schmerzmedikamente und ihre Risiken sowie Selbstbewältigungsstrategien lernen.

Nach Ende des Programms im Essener Rückenschmerz-Zentrum ist der Patient selbst gefragt beziehungsweise seine Disziplin. Er muss das Gelernte im Alltag anwenden, um den dauerhaften Behandlungserfolg zu sichern. Auf Wunsch bleibt eine ambulante Anbindung an das Zentrum erhalten.

Kontakt

Essener Rückenschmerz-Zentrum

Klinik für Neurologie
Universitätsklinikum Essen
Hufelandstr. 55, 45147 Essen
Telefon: 0201 723 -82386
Fax: 0201 723 -5703

E-Mail: rueckenschmerz@uk-essen.de
 

www.uk-essen.de/rueckenschmerzzentrum

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