"Kein Sport bei Halsweh und Fieber!"

Ohne Wenn und Aber: Bei bakteriellen Erkältungskrankheiten müssen Sportler kürzertreten!

Die Leser von aktiv+gesund haben sich in der vergangenen Ausgabe für folgende Frage an die IKK-Gesundheitsexperten entschieden:

 

„Ist es in Ordnung, mit einer Erkältung weiterzutrainieren, oder sollte ich immer eine Pause einlegen?“

 

„Medikamente können nicht die Lösung sein“

IKK-Gesundheitsexperte Björn Stark ist Ihr Ansprechpartner für alle Fragen rund um Fitness, Sport und Bewegung – und rät Erkälteten dringend dazu, auf die Signale ihres Körpers zu hören.

Das Foto zeigt IKK-Gesundheitsexperte Björn Stark

IKK-Gesundheitsexperte Björn Stark

© Werbefotografie Weiss

Erkältete Menschen fühlen sich durch ihre Beschwerden nicht immer übermäßig belastet. Trotzdem sollten sie, wenn sie mit dem Gedanken spielen, zu trainieren, erstmal einen Schritt zurücktreten und checken, wie fit sie wirklich sind. Ist die Erkältung nur leicht, das heißt, hat man abgesehen von einer laufenden Nase keine weiteren Beschwerden, dann kann man auch Sport treiben – aber auch dann bitte nur in leichter Dosis. Intervalltraining, Auspowern in hohen Pulsbereichen und (Cardio-)Übungen, die die Körperkraft fordern und belasten, sollte man meiden. Leichtes Ausdauertraining, speziell im Winter verlegt in die Mittags- oder Nachmittagszeit, wenn der Körper Sonnenlicht tanken und Abwehrkräfte stärkendes Vitamin D produzieren kann, ist vielleicht die beste Empfehlung. Zudem sollte man darauf achten, warm genug angezogen zu sein und in Pausen nicht auszukühlen – und nach Ende des Trainings heiß zu duschen und dann so schnell wie möglich in warme Kleidung zu schlüpfen.

 

Im Grunde gibt es eine simple Faustregel:

Sobald Halsschmerzen mit im Spiel sind, reicht es nicht mehr, nur noch leicht zu trainieren oder Pausen einzulegen – dann sollte man ganz davon absehen, Sport zu machen! Dasselbe gilt bei Fieber. Halsschmerzen sind oft der Vorbote für eine häufig durch Bakterien verursachte Mandelentzündung, auch Fieber kann Folge einer bakteriellen Infektion sein – und Sport und Bakterien sind keine gute Kombi. Ist der Körper in Bewegung, können sich die Bakterien im Körper schneller ausbreiten und auf andere Organe wie Nieren, Leber oder Herz übergreifen. Die Infektion des Herzmuskels durch Bakterien ist eine große Gefahr beim Training mit Erkältung; sie kann eine Herzmuskelentzündung (oft auch eine Entzündung des Herzbeutels oder der Herzklappen) bewirken, bleibende Schäden hinterlassen und unter Umständen sogar lebensbedrohlich werden.

Eine Woche Sport-Pause nach einem Infekt!

Deshalb können auch Medikamente nicht die Lösung sein: Auch wenn Symptome wie Halsschmerzen oder Fieber durch Tabletten unterdrückt werden können, ist der Körper trotzdem geschwächt und wird mit der zusätzlichen Belastung durch Sport schlechter fertig; fiebersenkende Medikamente gaukeln dann eine Belastungsfähigkeit vor, die im Grunde gar nicht da ist.

Auch wenn man eine Erkältung gerade hinter sich gelassen hat, ist es sinnvoll, es in Sachen Sport langsam angehen zu lassen. Vor dem ersten Training sollte man mindestens zwei Tage medikamentenfrei sein, nach einem fiebrigen Infekt ist eine Sport-Pause von einer Woche ratsam. Man sollte zunächst mit einer niedrigen Belastung starten und die ersten Male lediglich im leichten Ausdauerbereich trainieren – denn nimmt man sofort das alte Pensum mit hoher Belastung auf, riskiert man einen Rückfall.

 

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