Beitragsfreiheit

Wer eine einmalige Auszahlung aus einem betrieblichen Riester-Rentenvertrag erhalten hat, kann
bei der IKK classic einen formlosen Antrag auf Überprüfung
der Beitragspflicht stellen.

„Betriebliche Riester-Renten nicht beitragspflichtig“

Für Leistungen, die aus einem Riester-geförderten Altersvorsorgevermögensvertrag bezogen werden, gilt seit Beginn des laufenden Jahres eine neue Gesetzesregelung. Drei Fragen – drei Antworten: Torsten Flachsbarth, Fachberater im Referat Versicherungen bei der IKK classic, erklärt, was Rentner, die sich per Riester-Rente abgesichert haben, künftig beachten müssen.

Herr Flachsbarth, was steckt hinter der neuen Gesetzesänderung?
Wir reden hier vom neuen Betriebsrentenstärkungsgesetz. Aber fangen wir zur Sicherheit ganz von vorne an. Es gibt zwei Varianten von Riester-Verträgen. Zum einen gibt es die Riester-geförderte private Altersvorsorge, für die die Versicherten einen privaten Altersvorsorgevertrag abschließen und für welchen sie dann wiederum die Riester-Förderung erhalten. Zum anderen gibt es die Riester-geförderte betriebliche Altersvorsorge, im Rahmen derer die Versicherten über den Arbeitgeber Beiträge in eine Direktversicherung oder Pensionskasse zahlen und wofür sie die Riester-Förderung erhalten. Privat abgeschlossene Riester-Renten waren bisher nicht beitragspflichtig. Betriebliche Riester-Renten in der Auszahlungsphase als sogenannte Versorgungsbezüge aber schon. Das hat sich mit dem neuen Betriebsrentenstärkungsgesetz geändert.

Stellen Sie einen formlosen Antrag auf Überprüfung der Beitragspflicht!

Inwiefern?
Durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz soll die zusätzliche betriebliche Altersvorsorge weiterverbreitet werden. In diesem Zusammenhang werden die betrieblichen Riester-Renten seit dem 01.01.2018 nicht mehr als Versorgungsbezug bei der Beitragsbemessung berücksichtigt und sind in der Auszahlungsphase unter Umständen beitragsfrei in der Kranken- und Pflegeversicherung. Die Neuregelung ist ohne Übergangsregelung in Kraft getreten, das heißt, auch bereits gezahlte Leistungen, die die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen, sind seit 01.01.2018 beitragsfrei. Bei freiwillig Versicherten sind diese Einnahmen zwar weiterhin beitragspflichtig. Allerdings wird für diese Einkünfte bei der Beitragsfestsetzung nur noch der ermäßigte Beitragssatz zugrunde gelegt.


Was bedeutet die neue Regelung für laufende Rentenbezüge und für kapitalisierte Leistungen, also für Einmal-Auszahlungen aus Riester-geförderten Verträgen?
Für laufende Bezüge wird die Gesetzesänderung von den Zahlstellen berücksichtigt. Die IKK classic erhält bei betroffenen Leistungen dazu eine Mitteilung über das Ende der Beitragspflicht. Sind nur Teile der gesamten Leistung betroffen, ist eine geänderte Höhe des Versorgungsbezuges durch die Zahlstellen zu melden. Bei kapitalisierten Leistungen, also Einmal-Auszahlungen, erfolgt keine gesonderte Mitteilung durch die Zahlstellen. Hier sind wir auf Mitteilung des Versicherten angewiesen, damit die Beitragspflicht der Kapitalleistung entsprechend geprüft werden kann. Deshalb mein Tipp an alle, die in der Vergangenheit eine einmalige Auszahlung aus einem betrieblichen Riester-Rentenvertrag erhalten haben: Stellen Sie einfach einen formlosen Antrag auf Überprüfung der Beitragspflicht. Gern prüfen wir diese dann erneut!

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Bildnachweis Header: © Andrea Warnecke/picture alliance/dpa


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