Zweitmeinungsverfahren

Operieren oder nicht? Eine
ärztliche Zweitmeinung ist
für Patienten oft hilfreich.
Die IKK classic bietet ab sofort
einen entsprechenden Service
für ihre Versicherten an.

"Eine zweite Meinung
kann helfen"

Jeder, der schon einmal einen orthopädischen Eingriff hatte, kennt die Situation: Der Arzt hat zur Operation geraten, doch die Unsicherheit in puncto Chancen und Risiken bleibt – soll man die OP wagen? Jetzt wäre die Meinung eines zweiten Mediziners gut! In Zusammenarbeit mit dem Zweitmeinungsspezialisten Medexo GmbH bietet die IKK classic einen neuen Service für ihre Versicherten. aktiv+gesund sprach mit Dr. Jan-Christoph Loh, Geschäftsführer der Medexo GmbH.

Herr Dr. Loh, was beinhaltet das neue Zweitmeinungsverfahren der IKK classic in Zusammenarbeit mit der Medexo GmbH?
Wir bieten Versicherten der IKK classic die zweite Meinung von medizinischen Koryphäen, an die gesetzlich Versicherte normalerweise nicht so einfach herankommen. Um unser Angebot zu nutzen, füllen die Versicherten der IKK classic auf unserer Webseite einen Fragebogen aus und laden Aufnahmen aus der Radiologie sowie zur Verfügung stehende ärztliche Berichte und Untersuchungsbefunde ihres behandelnden Arztes hoch. Sie können diese Unterlagen natürlich auch per Post bei uns einreichen, nach der Digitalisierung in unserem System erhalten sie diese umgehend zurück.

Wie geht es dann weiter?
Anhand der Unterlagen des Versicherten wählen wir aus unserem deutschlandweiten Ärztenetzwerk den passenden Mediziner aus. Dieser gibt seine Zweitmeinung dann alleine aufgrund der Aktenlage ab – also ohne dem Versicherten persönlich zu begegnen.

Ist das nicht ein Nachteil?
Nein, es kann sogar ein Vorteil sein. Denn die Objektivität und die Neutralität unserer Zweitmeinungsmediziner wird auf diese Weise zusätzlich gesteigert. Das Ausfüllen unserer umfangreichen und speziell entwickelten Fragebögen liefert uns außerdem häufig eine ausführlichere Patientenhistorie, als das in acht Minuten Arztgespräch möglich ist. Hinzu kommt, dass der Patient sich seine Fragen in Ruhe und ausführlich überlegen und uns anschließend stellen kann, was auch nicht immer im kurzen Arzt-Patienten-Gespräch gelingt. So können wir sehr häufig individueller auf den Informationsbedarf des Patienten eingehen.

Warum ist eine ärztliche Zweitmeinung so wichtig?
Untersuchungen haben gezeigt, dass empfohlene OPs häufig nicht die einzige mögliche Therapie sind. In einer Studie der Universität Witten/Herdecke, die im Februar 2018 in der „Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen“ veröffentlicht wurde, konnte anhand unserer Daten gezeigt werden, dass im orthopädischen Bereich vor allem bei Knie-, Schulter- oder Wirbelsäulen¬erkrankungen die Zweitmeinung bei über 70 Prozent der 689 hiervon Betroffenen eine andere Diagnose oder Therapieempfehlung ergab, meistens ganz ohne Operation. Dabei lag die Zufriedenheit mit der Zweitmeinung insgesamt bei den Befragten bei 90 Prozent. Andere Studien ergaben ähnlich hohe oder höhere Diskrepanzen.

Für welche Erkrankungen gilt das Zweitmeinungsverfahren von Medexo und der IKK classic?
Für orthopädische Erkrankungen der Hände, des Rückens, der Schultern, der Hüften, der Knie und der Füße. Ab wann können Versicherte der IKK classic das neue Zweitmeinungsangebot nutzen? Ab sofort. Das Angebot ist freiwillig, wir verstehen es als individuelles Informations- und Aufklärungsangebot. Das ist sehr wichtig vor dem Hintergrund, dass auch andere Forscher in einschlägigen Studien zu diesem Thema beobachtet haben, dass viele Patienten sich den Strapazen einer OP gar nicht hätten aussetzen müssen – ihr Leiden hätte auch anders behandelt werden können.

Dr. Jan Loh spricht über das Zweitmeinungsverfahren.

Zur Person

Dr. Jan-Christoph Loh ist Geschäftsführer der Medexo GmbH, des Zweitmeinungsspezialisten, mit dem die IKK classic ab sofort zusammenarbeitet.

© Medexo

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