Warum eine gute Haltung wichtig ist

Körper und Seele sind eine Einheit, ihre Prozesse laufen immer zusammen. Deshalb ist eine gesunde Psyche auch die Basis für eine gesunde Körperhaltung. Mithilfe von Medizinern erklären wir, warum.

Aufrecht bleiben

Fast jeder dritte Erwachsene hat öfter bis ständig Rückenschmerzen. Das ist das Ergebnis einer forsa-Umfrage in Deutschland aus dem Jahr 2016. Eine gesunde Haltung ist jedoch in jeder Hinsicht Einstellungssache – denn die Basis dafür ist eine gesunde Seele. Zwei Mediziner erklären, was Rückenschmerzen mit der Psyche zu tun haben können und wie man ihnen vorbeugt – sowohl über den Kopf als auch über den Körper.


Körper und Seele sind eine Einheit. „Ihre Prozesse laufen immer zusammen“, schildert Dr. med. Goetz Broszeit, Chefarzt in der Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapie im Asklepios Westklinikum Hamburg. So könnten sich körperliche Beschwerden wie die Reizung eines Ischiasnervs auch auf die Psyche auswirken, etwa in Form eines Bedrohungsgefühls, von Bedrückung oder sogar Depressionen.


Umgekehrt könnten psychische Erschütterungen wie Ärger mit dem Partner oder im Job Schmerzen im Rücken- und Nackenbereich auslösen, sagt Broszeit. „Dieses Areal ist durch unseren aufrechten Gang ohnehin besonders herausgefordert.“

Broschüre der IKK classic „Gesunder Rücken“

Hinweise zu Ursachen von Rückenschmerzen, konkrete Übungen zur Vorbeugung sowie weitere Tipps für eine gesunde Haltung finden Sie in der Broschüre „Gesunder Rücken“.


Schmerz ist ein Warnsignal zur Erhaltung der körperlichen und psychischen Integrität, wie der Experte erklärt. „Lebt man etwa ständig in der Angst, arbeitslos zu werden, ist die psychische Unversehrtheit bedroht. Wird die Last zu groß, reagieren viele mit Schmerzen, die sich primär körperlich anfühlen.“ Ein Teufelskreis: Die Muskelverspannungen erzeugen größeren Schmerz – und der Betroffene fühlt sich noch weniger belastbar. „Wichtig ist, hinzusehen“, sagt Broszeit. Hilfreich sei der Austausch in der Familie und mit Freunden, zudem könnten Hausarzt oder Psychotherapeut geeignete Anlaufstellen sein.


Wie lebe ich, was belastet mich – und wie bewege ich mich? „Aktivität und Vielseitigkeit sind das Wichtigste zur Erhaltung der Rückengesundheit“, sagt Dr. Erik Fritzsche, Spezialist für Neurochirurgie aus Hamburg. „Der Apparat, in dem unsere Muskeln, Knochen und Gelenke zusammenspielen, muss, bildlich gesprochen, immer gut geölt sein.“ Essenziell ist dem Arzt zufolge, jede Bewegung bewusst und korrekt auszuführen. „Dazu gehören unter anderem das richtige Aufstehen, das richtige Heben und das richtige Hinsetzen.“ Auch Präventionsübungen, um die Rumpfmuskulatur zu stabilisieren, können helfen.

 

So bleiben Sie aufrecht

Rückengesunde Tipps für den Alltag: Für aktiv+gesund hat Experte Dr. Erik Fritzsche die Top Drei zusammengestellt:

  • Ganz auf eine Seite drehen
  • Beine langsam über eine Kante (Bett, Sofa) schieben
  • Füße nebeneinander auf den Boden stellen, Hände beidseitig neben dem Körper abstützen
  • Langsam erheben
  • An die Kante (Stuhl, Bett) rutschen
  • Hände auf Oberschenkel/Sitzfläche stützen
  • Füße nebeneinander auf den Boden stellen
  • Becken und Bauch stabilisieren, Oberkörper mit geradem Rücken leicht vorbeugen
  • Mit Armen und Beinen in den Stand drücken
  • Füße parallel, Knie beugen
  • Becken und Bauch stabilisieren, Oberkörper mit geradem Rücken leicht vorbeugen, Objekt(e) sicher greifen
  • Gewicht gleichmäßig z. B. auf zwei Arme verteilen, Sperriges nah am Oberkörper halten
  • Beim Tragen Rumpf angespannt halten, Ellenbogen leicht beugen, Schultern absenken
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