Aus dem Arbeitsalltag einer Augenoptikerin

Ina Kalder liebt ihren Beruf. Seit über 20 Jahren freut Sie sich über einen abwechslungsreichen
Arbeitsalltag als Augenoptikerin.
Das Handwerk hält sich in ihrer
Familie bereits seit drei Generationen.

Schau mir in die Augen, Kunde

Vorsichtig setzt Ina Kalder ihrer Kundin die Brille auf. Die Kundin, eine junge Frau Mitte 20, blinzelt ein paar Mal mit den Augen, betrachtet sich in dem geschwungenen Handspiegel, den ihr Ina Kalder hinhält – und
beginnt, übers ganze Gesicht zu strahlen. Die neue Brille gefällt ihr gut.
Genau für diesen Moment arbeitet Kalder Tag für Tag.

Ich verhelfe
meinen Kunden 
zu bestem Sehen.

Kalder, 53 Jahre, kinnlange dunkle Haare, freundliche Augen hinter blau umrandeten Brillengläsern, ist selbstständige Augenoptikermeisterin in Dresden. „Ich verhelfe meinen Kunden zu bestem Sehen, die wichtigste Aufgabe ist daher eine exakte Sehschärfenbestimmung“, so Kalder. „Leidet der Kunde an Kurzsichtigkeit oder an einer Hornhautverkrümmung? Oder ist es eher eine Alterssichtigkeit? Um die richtige Brillen- oder Kontaktlinsenstärke zu finden, führe ich eine sogenannte Refraktion durch. Dabei wird jedes Auge einzeln mit Hilfe einer Messbrille getestet und mit verschiedenen Linsen kombiniert.“

Ein gutes Gefühl für Menschen

1995 hat Kalder ihren Meister gemacht, 1999 das elterliche Geschäft übernommen. Die Lehrausbildung im Augenoptikerhandwerk dauert drei Jahre. Angehende Augenoptiker erwerben handwerkliche Fertigkeiten und optisches Hintergrundwissen und lernen, wie man Brillen anfertigt und repariert, Gläser schleift und einpasst. Für die Beratung brauchen sie ein gutes Gefühl für Menschen, um die passende Brille zu finden; schließlich ist jeder Kunde vom Wesen her anders, der eine ist zurückhaltender, der andere ist extrovertiert, auch müssen Gesichtsform, Haut- und Augenfarbe zu der Brille passen.

Echte Leidenschaft

Außerdem suchen Augenoptiker das optimale Sortiment an Brillenmarken aus, bestellen und präsentieren diese, sind auf der Suche nach Trends und müssen in Buchhaltung und Kalkulation fit sein. Computerkenntnisse sind ebenfalls wichtig, um Kundendaten gut zu managen. Bei Ina Kalder ist das Optikergewerbe eine echte Leidenschaft. „Der Augenoptikerberuf wird in unserer Familie bereits in dritter Generation gelebt“, erzählt sie, „schon als Schulkind habe ich oft im Geschäft meiner Eltern gelauscht, beide sind Augenoptikermeister.“

Die 53-Jährige erlebt in ihrem Beruf als Augenoptikermeisterin einen facettenreichen Arbeitsalltag.

© Amac Garbe

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Glücksgefühle auslösen

Von ihrem Beruf ist sie auch nach vielen Jahren fasziniert. „Ich liebe die Kombination aus Handwerksarbeit und Erfüllung der speziellen Kundenwünsche, denn ohne gutes Sehen macht das Leben keinen Spaß, nicht bei der Arbeit und auch nicht in der Freizeit“, so Kalder. „Meine Herausforderung besteht darin, die Kunden mit einem Glücksgefühl, verursacht durch ihr gutes Sehen und Aussehen, zu entlassen. Wenn sie ihre neue Brille aufsetzen und selbst die kleinsten Ziegelsteine am gegenüberliegenden Haus erkennen, ist die Freude groß. Und wir ermutigen Männer gern, farbige Brillen zu tragen – mit immer größerem Erfolg.“

Werden meine Brillenkosten übernommen?

Wie die Leistungsübernahme bei Sehhilfen funktioniert, erfahren Sie auf der IKK-classic-Website.

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Bildnachweis Header: © Amac Garbe


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