Sehen - mit klarem Blick ins neue Jahr

Als „Spiegel der Seele“ sind unsere Augen schön anzusehen, doch ob blau, braun oder grün: Ihre Form folgt in erster Linie einer
effektiven Funktion. Wir erkären, wie sie uns helfen, alles im Blick zu behalten.

Alles im Blick

Augen sind eine menschliche Hightech-Fotokamera: Durch die elastische Linse fällt wie bei einem Objektiv Licht ein, das auf der Netzhaut gebündelt wird und ein Bild entstehen lässt.

 

Die Netzhaut setzt diese Lichtsignale dann in elektrische Nervenimpulse um, die weiter über den Sehnerv zum Gehirn gelangen. Dort verbinden sich die Eindrücke beider Augen miteinander – sodass nicht nur ein eindimensionales Bild wie bei einer Fotografie entsteht, sondern wir unsere Umwelt auch räumlich wahrnehmen können. Ein Leben lang verändert sich unser Auge. 

Babys sehen die Welt zunächst ungenau. Sie nehmen nur wahr, was sich unmittelbar vor ihren Augen befindet – wie Brust und Gesicht der Mutter. Reift das Gehirn, wird auch der Blick immer weiter. Etwa mit dem sechsten Lebensjahr sind Augen und Gehirn fertig vernetzt und wir erreichen eine Sehschärfe von 100 Prozent.

Fehlsichtigkeit: Welche Arten gibt es?

Kurzsichtigkeit ist die häufigste Fehlsichtigkeit und betrifft hierzulande etwa 30 Prozent der Bevölkerung, Tendenz steigend. Wer kurzsichtig ist, kann nahe Gegenstände und Personen problemlos erkennen. Je weiter sie sich entfernen, desto ungenauer wird das Bild. Weil der Augapfel zu lang ist, wird das einfallende Licht bereits vor der Netzhaut gebündelt. Auf der Netzhaut entsteht nur noch ein unscharfes Bild. Die Fehlsichtigkeit wird in Dioptrien angegeben. Bei Kurzsichtigkeit erhält der jeweilige Wert ein negatives Vorzeichen („Minus“).

Bei einer Weitsichtigkeit ist der Augapfel zu kurz: Das Licht trifft bereits vor seiner maximalen Bündelung auf der Netzhaut ein. Hier entsteht ein unscharfes Bild beim Betrachten naher Gegenstände oder beim Lesen, während der Blick in die Ferne problemlos gelingt. Korrigiert wird Weitsichtigkeit beispielsweise durch konvex geschliffene Brillengläser, deren Dioptrienzahl mit positiven Werten („Plus“) gekennzeichnet werden.

Alterssichtigkeit zeigt zwar die Symptome einer Weitsichtigkeit, sie hat jedoch andere Ursachen: Mit zunehmendem Alter verliert die Augenlinse ihre Elastizität. Sie wird immer härter und unbeweglicher – das Auge kann nicht mehr so gut „scharf stellen“. Diese Fehlsichtigkeit kann mittels Lese- oder auch Gleitsichtbrillen, die Nah-, Mittel- und Fernbereich durch verschiedene Sehzonen innerhalb der Gläser vereinen, gut aufgefangen werden.

Neugeborene schielen gelegentlich, weil die Augen noch nicht komplett entwickelt sind. Das lässt im Alter von drei bis vier Monaten nach. Schielt ein Kleinkind weiter, ist es meist eine entwicklungsbedingte Sehschwäche. Der Seheindruck des schielenden Auges wird im Gehirn unterdrückt, sodass es seine 100-prozentige Sehschärfe nicht entwickeln kann. Der Augenarzt deckt das leistungsfähigere Auge dann stunden- oder tageweise ab. So wird das schwache Auge gezwungen, sich weiterzuentwickeln.

Ein Astigmatismus entsteht meist durch eine verkrümmte Hornhaut oder selten durch eine unregelmäßige Krümmung der Linse. Dies hat zur Folge, dass ein Punkt nicht mehr als Punkt, sondern als Strich auf der Netzhaut abgebildet wird: daher die frühere Bezeichnung „Stabsichtigkeit“. Ein Astigmatismus ist in der Regel angeboren, kann mit Kurz- oder Weitsichtigkeit einhergehen, aber auch durch Augenerkrankungen oder -verletzungen erworben werden. Eine Brille, Kontaktlinsen oder operative Verfahren verschaffen Abhilfe.

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Bildnachweis Header: © Westend61/Getty Images


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