CyberKnife: sanfte Strahlentherapie für krebskranke Patienten

Gut- und bösartige Tumoren im gesamten Körper mit Photonenstrahlen statt Skalpell behandeln? CyberKnife macht das möglich.

„Wir schenken Lebenszeit“

CyberKnife: So lautet der Name eines Roboters, mit dem Mediziner aus der Strahlentherapie und Neurochirurgie Tumore im Körper eines Menschen mit höchster Präzision bestrahlen können. Vielen Patienten erspart das Cyberknife lange Behandlungszeiten und Operationen. Die IKK classic unterstützt dieses innovative Verfahren.

 

Es wirkt wie eine Szene aus einem Science-Fiction-Film: Präzise fährt ein großer weißer Operationsroboter um den Kopf der Patientin herum. Immer wieder korrigiert er dabei seine Ausrichtung. Der eigentliche Vorgang bleibt für das menschliche Auge unsichtbar. Denn mithilfe des sogenannten CyberKnifes, eines Linearbeschleunigers, der auf einen Roboterarm montiert ist, können Ärzte mit Photonenstrahlen millimetergenau im Körperinneren behandeln – ganz ohne Skalpell.

 

Ein großer Fortschritt für die Krebstherapie, den die IKK classic unterstützt – und damit einen deutlich kürzeren Behandlungsprozess. Denn mit dem CyberKnife-Verfahren können unterschiedliche Arten von Tumoren behandelt werden. Die Photonenstrahlen beschädigen die DNA der Tumorzellen, sodass diese sich nicht mehr teilen können. Die Tumore vernarben und zerfallen in den Wochen und Monaten nach der Bestrahlung oder wachsen zumindest nicht weiter.

Künstlicher Atemstillstand ist nicht notwendig

Während der Behandlung bekommt das CyberKnife über Röntgenaufnahmen und einen Bildverarbeitungsrechner in Echtzeit Informationen zur Position des Patienten. Verändert sich diese minimal, beispielsweise durch Bewegungen beim Atmen, korrigiert der Roboter die Schwankungen. Der Patient muss nicht, wie bei anderen Strahlenbehandlungen, fixiert oder in einen künstlichen Atemstillstand versetzt werden.

 

Wochenlange Strahlenbehandlungen oder Operationen können in vielen Fällen vermieden und die Strahlendosis kann viel exakter und damit schonender für den Patienten eingesetzt werden. Typische Nebenwirkungen einer konventionellen Bestrahlung wie Haarverlust bei einer Bestrahlung des gesamten Gehirns, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall bei Bestrahlungen im Bauch- und Beckenbereich oder Hautschädigungen treten nur sehr selten auf.

Effektive, schonende, komfortable Therapie

Was nach Zukunftsmusik klingt, ist in den CyberKnife-Zentren in Deutschland bereits Alltag. Fast 500.000 Menschen wurden bisher weltweit behandelt. Für Privatdozent Dr. med. Klaus Hamm, ehemaliger Chefarzt des  CyberKnife-Zentrums in Erfurt, liegen die Vorteile klar auf der Hand: „Da eine scharfe Ringfixierung am Kopf nicht mehr erforderlich ist, kann die Radiochirurgie im Gehirn völlig schmerzfrei durchgeführt werden. Kurze Behandlungszeiten, im Allgemeinen keine Rehabilitation und eine rasche Rückkehr in die häusliche Umgebung und die berufliche Tätigkeit sind die Regel.“

 

Zu den Diagnosen, bei denen das CyberKnife infrage kommt, gehören zum Beispiel Akustikusneurinome, Meningeome, Metastasen im Gehirn und in der Wirbelsäule, Bronchialkarzinome und Metastasen in der Lunge sowie Leberzellkarzinome und Metastasen in der Leber. Es muss jedoch selbstverständlich von Fall zu Fall entschieden werden, erklärt Dr. med. Markus Kufeld, Facharzt für Neurochirurgie und Leiter des CyberKnife-Zentrums der Charité in Berlin: „Es müssen strenge Behandlungskriterien erfüllt sein. Lokale Faktoren wie beschränkte Tumorgröße, gute Abgrenzbarkeit in der Bildgebung sowie ein passabler Allgemeinzustand und das onkologische Gesamtbehandlungskonzept müssen berücksichtigt werden.“ Dann allerdings profitiere der Patient „von einer hocheffektiven, schonenden und zudem komfortablen Therapie“, so Kufeld.

Idealerweise sterben die Krebszellen ab

Ein Allheilmittel ist das Verfahren natürlich nicht. Dr. med. Hans-Ulrich Herold, Facharzt für Strahlentherapie und Chefarzt des CyberKnife-Centrums in Erfurt: „Die reißerische Behauptung im Internet, das CyberKnife könne Krebs innerhalb einer Stunde heilen, ist für die meisten Behandlungsfälle schlichtweg falsch. Wir können leider auch nicht zaubern. Was wir mit dem CyberKnife können, ist mit einer hochpräzisen Bestrahlung gut- und bösartige Zellen im Körper an ihrem weiteren Wachstum zu hindern und oft auch zu vernichten. Im günstigsten Fall sterben die Krebszellen ab und die Erkrankung wird geheilt. Und das sehr schonend, mit meistens nur einer oder wenigen Bestrahlungen. Wir schenken damit Lebenszeit und Lebensqualität.“

 

Von vielen Kassen werden die Kosten für das Verfahren bisher nicht übernommen. Bedauerlich findet das auch Andreas Mosmann, Geschäftsführer des CyberkKife-Zentrums in Erfurt: „Es handelt sich um eine außertarifliche Leistung, das heißt, die Kassen sind nicht verpflichtet, die Kosten zu übernehmen. Umso erfreulicher ist es, dass Partner wie die IKK classic dieses innovative Verfahren unterstützen.“

IKK classic unterstützt die CyberKnife-Therapie

Die CyberKnife-Therapie ermöglicht Versicherten der IKK classic zahlreiche Vorteile: keine Krankenhausaufenthalte, schmerzfreie Behandlung, keine Operation, keine Narkose oder Sedierung, kein erhöhtes Risiko aufgrund von Alter oder Begleiterkrankungen, keine Anschluss-Rehabilitation und auch die schmerzhafte Fixierung durch einen festen Rahmen am Kopf entfällt. CyberKnife stellt eine Alternative zur konventionell fraktionierten Strahlentherapie dar und ist mit einer Indikationsprüfung in einer Tumorkonferenz, an der Ärzte verschiedener Fachrichtungen teilnehmen, verbunden. Für weitere Informationen können sich Versicherte der IKK classic an ihre IKK-Geschäftsstelle wenden oder an die kostenfreie Servicehotline unter 0800 455 1111.

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Bildnachweis: © Accuray Incorporated


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