Frieden mit dem inneren Antreiber

Wie komme ich im Leben zu einer gelasseneren Haltung? IKK-
Gesundheitsexpertin Katja
Keller-Landvogt beantwortet die Siegerfrage aus unserem User-Voting!

Die Leser von aktiv+gesund haben sich in der vergangenen Ausgabe für folgende Frage an die IKK-Gesundheitsexperten entschieden:

 

Wie komme ich im Leben zu einer gelasseneren Haltung?

„Um zu mehr innerer Ruhe zu gelangen, ist es wichtig, dass ich mich frage: Was treibt mich denn an, dass ich nicht gelassen sein kann? Hierfür kann ich mir bewusst machen, welche inneren Antreiber bei mir aktiv sind. Typische Antreiber sind zum Beispiel: 

  • Mach es allen recht
  • Beeil dich
  • Streng dich an
  • Sei perfekt
  • Sei stark
Das Foto zeigt Katja-Keller Landvogt, Gesundheitsexpertin bei der IKK classic

Gesundheitsexpertin der IKK classic Katja Keller-Landvogt

© IKK classic

Grundsätzlich ist das erst mal nicht schlecht. Der innere Antreiber hat mir mit seinen Forderungen bestimmt schon in manchen Situationen geholfen und auch dafür gesorgt, dass ich beispielsweise beruflich dort stehe, wo ich heute stehe.

Was zu Stress führt, ist, dass der Mensch den oder die inneren Antreiber unbewusst generalisiert. Der Mensch ‚muss‘ IMMER perfekt sein und nicht nur dann, wenn Perfektion auch angebracht wäre. Eine gelassenere Haltung kann entstehen, wenn ich zum Beispiel bewusst entscheide, Perfektion loszulassen, wenn etwa Schnelligkeit wichtiger wäre als Perfektion.

Wir können also lernen, die Forderungen des inneren Antreibers situativ zu steuern. Und dazu ist es nötig, sich zu erlauben, diesen Gedanken zuzulassen: Die Welt bricht nicht zusammen, wenn es mal nicht perfekt ist. Weiterhin sollte man den wirklich wichtigen Dingen mehr Platz im Leben einräumen. Ich mache dafür immer ein kleines Experiment: Ich nehme Reiskörner, ein Glas und ein paar kleine bunte Bauklötze. Die Reiskörner stehen für die To-dos, die wir jeden Tag erledigen müssen, wie Einkaufen oder Putzen. Die bunten Bauklötze symbolisieren die wichtigen Dinge, wie einen schönen Spaziergang mit meinem Partner oder eine entspannte Yoga-Einheit nur für mich. Gieße ich zuerst den Reis ins Glas, passen nur noch einige wenige Bauklötzchen hinein.

Tue ich aber zuerst die Bauklötzchen ins Glas und kippe dann den Reis hinterher, passt plötzlich alles ins Glas – weil ich das Glas in der richtigen Reihenfolge gefüllt habe! Übertragen auf das Leben bedeutet das: Die wirklich wichtigen Dinge kann ich einplanen und ihnen bewusst Platz einräumen. So verhindere ich nicht nur, dass ich mich von den Alltags-To-dos auffressen lasse. Schöne Dinge sorgen auch für mehr Gelassenheit, weil ich immer wieder Grund habe, mich auf etwas zu freuen.

Hilfreich für mehr Gelassenheit ist auch die Achtsamkeit. Eine Möglichkeit, die Achtsamkeit zu fördern, ist, jeden Abend den Tag mit einer kleinen Dankbarkeitsübung zu beschließen: ‚Was war heute schön, wofür kann ich dankbar sein?‘, könnte man sich da fragen. So lernt man, die scheinbaren Kleinigkeiten, die schönen Augenblicke des Lebens mehr wahrzunehmen und zu schätzen, so lernt man Demut – und Demut macht auch gelassen.

Ein einziger Tag ist voll von so vielen schönen Momenten. Man kann mit etwas Übung diese Augenblicke achtsam wahrnehmen und genießen, statt mit den Gedanken schon in der Zukunft zu sein und so das ,Leben‘ und die schönen Augenblicke zu verpassen!“

 

Passende Artikel

Bildnachweis Header: © Westend61 / Getty Images


Nächster Artikel

Voting IKK Gesundheitsexperten – Welche Frage sollen unsere Experten im März beantworten?

mehr
Viel Bewegung, bewusste Ernährung: Die IKK classic unterstützt eine gesunde Lebensweise.