Gute Haltung durch Tanzen

Gute Haltung durch Tanzen

Wie verbessert man die Körperhaltung? Ganz klar: durch Tanzen! Tanzen macht nicht nur glücklich – Tanzen ist Training für den ganzen Körper. In Zusammenarbeit mit Privatdozentin Dr. med. Benita Kuni, ehemalige professionelle Bühnentänzerin, heute Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie im Ortho-Zentrum Karlsruhe, Tanzwissenschaftlerin und Mitglied bei tamed Tanzmedizin Deutschland e. V., erklären wir in unserer Infografik, welche Körperbereiche im Stütz- und Bewegungsapparat durch Tanzen besonders herausgefordert werden.
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1.Schultern

Schultern nach oben ziehen, herunterdrücken, kreisen lassen, in einer Linie halten – auch die Schultern sind kreativ gefordert, und das ist gut so, denn der Schultergürtel hat wichtige Aufgaben in unserem Bewegungsapparat. Bestehend unter anderem aus dem Schlüsselbein und dem Schulterblatt stellt er die Verbindung der Arme zum Rumpf dar und gibt Halt für das Schultergelenk, das seine Beweglichkeit so sicher und voll entfalten kann.

2.Halswirbelsäule

Tänzer drehen und wenden ihren Kopf immer kontrolliert hin und her. Da sind die Halswirbel schön gefordert, der Atlas etwa, der als Träger des Kopfes fungiert, oder das Gelenk zwischen dem ersten und zweiten Halswirbel, das für einen Großteil der Bewegungen verantwortlich ist. Starke, bewegliche Halswirbel sind wichtig für einen aufrecht strebenden Kopf – und nichts versinnbildlicht letztlich besser eine gute Körperhaltung!

3.Armmuskulatur

Tänzer drücken sich gerne mit ihren Armen aus. Wie nebenbei trainieren sie parallel durch Heben, Senken, Kreisen, schnelle, langsame, kantige, weiche und fließende Bewegungen ihrer Arme deren Muskulatur, den Bizeps und den Trizeps. Der Bizeps ist der Muskel im Oberarm, der den Unterarm beugt, der Trizeps befindet sich auf der Rückseite des Oberarms. Trainierte Arme sind wichtig für die Beweglichkeit von Oberarm und Unterarm rund um das Ellenbogengelenk und für ein flüssiges Zusammenspiel zwischen Knochen, Gelenken und Muskeln.

4.Rückenmuskulatur

Häufiges Tanztraining stärkt vor allem die untere Rückenmuskulatur. Diese ist durch den breiten Rückenmuskel und den Rückenstrecker als aufrichtenden Muskel für die Wirbelsäule gekennzeichnet. Eine trainierte untere Rückenmuskulatur beugt Wirbelsäulenproblemen vor, und eine gesunde Wirbelsäule ist wichtig für einen aufrechten Gang – und damit für eine gute Haltung.

5.Brustkorb

Tanzen trainiert die Beweglichkeit und geschmeidige Wendigkeit des Oberkörpers, der eine wichtige Rolle in unserem Stütz- und Bewegungsapparat spielt. Der Brustkorb schützt Herz und Lunge, belüftet Letztere durch sein Heben und Senken, ihn durchlaufen die Aorta, also die von der linken Herzkammer ausgehende Hauptschlagader, die Speiseröhre sowie große Nervenbahnen.

6.Bauchmuskulatur

Die Bauchmuskeln bilden das Pendant zur Rückenmuskulatur, und auch die Bauchmuskeln werden beim Tanzen vor allem durch Drehungen des Oberkörpers permanent gefordert. Feste Bauchmuskeln stabilisieren nicht nur den kompletten Stütz- und Bewegungsapparat, indem sie die Wirbelsäule entlasten, weil sie dem Körper zusätzlich Halt geben. Parallel beugen gut trainierte Bauchmuskeln auch Rückenschmerzen und Problemen mit der Bandscheibe vor. Die Bandscheiben bestehen aus Faserknorpel und befinden sich zwischen allen Wirbeln der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule und am Übergang zum Kreuzbein.

7.Gesäß

Die Gesäßmuskeln werden besonders stark beansprucht beim Tanzen, durch den ständigen Wechsel zwischen Anspannen und Lockerlassen sind die Gesäßmuskeln quasi im spielerischen Dauereinsatz. Ein trainierter Po sieht nicht nur schön aus, sondern ist wichtig für unsere Körperhaltung, starke Pomuskeln verhindern etwa, dass das Becken nach vorne kippt. Die kleinen Hüftrotatoren, die Hüftgelenke und die tiefe Gesäßmuskulatur sorgen für zusätzliche Stabilität, sie verhindern beispielsweise, dass unsere Knie nach innen sacken, wenn wir uns hinhocken – alles wichtig für eine gute Haltung.

8.Beckengürtel

Das Becken ist im Dauereinsatz bei Tänzern, je nach Tanzstil lassen sie es kreisen, kippen es nach vorne, nach hinten, wiegen es nach rechts und links. So wird der Beckengürtel trainiert, der den Zusammenhalt wichtiger innerer Organe bildet, Ober- und Unterkörper miteinander verbindet und die Überleitung der Last des Körpers von der Wirbelsäule auf die Beine regelt.

9.Beinmuskulatur

Tanzen strafft die Beinmuskulatur und formt lange, schlanke Muskeln, die unsere Beine schön definieren. Ganz gleich welche Tanzrichtung, ob Ballett, Hip-Hop oder Standardtanz: Wer Tänzer bei Auftritten einmal genau betrachtet, dem wird auffallen, dass alle eine lange Beinmuskulatur haben!

10Fußmuskulatur

Ohne Füße könnten wir nicht tanzen, natürlich werden vor allem sie durch diesen Sport trainiert – und das ist gut so! Starke Fußmuskeln geben nämlich der gewölbten Fußunterseite den richtigen Halt und das ist wichtig, um das Quer- und Längsgewölbe an der Fußunterseite sicher zu tragen. Werden Fußmuskeln nicht gefordert, können sie verkümmern, wodurch sich das Fußgewölbe absenken und eine Fehlstellung des Fußes entstehen kann. Gesunde Füße mit einem funktionierenden Sprunggelenk, das den Rückfuß mit dem Unterschenkel verbindet, sind wichtig für einen gesunden Stand – und dieser ist die Basis für eine gute Körperhaltung.


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