Madame Cuisine kocht

Aus frischem Rotkohl, Kartoffeln und Seelachs zaubert Bloggerin Madame Cuisine einen traumhaft leckeren Gratin.

Rotkohl-Kartoffel-Gratin mit Seelachs

Das Rezept im Januar

Meine Mutter, gebürtige Hamburgerin, liebte Rotkohl über alles. Mein Vater, gebürtiger Schwabe, kann Blaukraut (Süddeutsch für Rotkohl, Anm. d. Redaktion) noch heute auf den Tod nicht ausstehen. Rotkohl gab es also immer dann, wenn mein Vater auf Reisen war und als Purser der Deutschen Lufthansa, war er das sehr oft.

Da meine Mutter das Putzen, Zerkleinern und Einkochen von Rotkohl jedoch immer als äußerst mühsam empfand – allein die tagelang dunkelblau gefärbten Finger, die man auch mit Zitronensaft nicht mehr sauber bekam – wurde regelmäßig Omi Käte aus Hamburg einbestellt. Diese kochte dann Rotkohl in rauen Mengen ein, bis sämtliche im Haushalt befindlichen Tupperdosen gefüllt waren und der Gefrierschrank aus allen Nähten zu platzen drohte.

In Sachen Rotkohl komme ich ganz nach meiner Mutter: Ich esse ihn schrecklich gerne, finde aber auch, dass es schönere Dinge gibt, als ihn zu putzen. Rotkohl aus der Dose kommt für mich jedoch nicht in Frage. Daher kaufe ich ihn doch immer wieder frisch auf dem Markt, nur um dann im Anschluss fluchend in der Küche zu stehen. Aber ich finde, die Mühe lohnt sich! Ob mit Apfel eingekocht, roh im Salat, in Kombination mit Pasta oder zusammen mit Kartoffeln und Seelachs in einem Gratin – Rotkohl schmeckt gerade zu dieser Jahreszeit immer wieder gut.

Rotkohl ist ein typisches Wintergemüse. Im Frühjahr wird er gesät bzw. angepflanzt, im späten Herbst dann geerntet. Wie viele der “roten” Obst- und Gemüsesorten, ist Rotkohl reich an Eisen, aber auch an Vitamin C. Im Kühlschrank hält sich Rotkohl 10-14 Tage; wenn er angeschnitten ist, sollte er jedoch in Frischhaltefolie eingeschlagen werden.

Kleine Warenkunde

Warum ist Rotkohl eigentlich lila? Weil sein Zellsaft den wasserlöslichen Farbstoff Anthocyan enthält, und der gibt seinen Blättern eine rote bis violette bis blaue Farbe. Und deshalb ist Rotkohl auch bekannt unter den Namen Rotkraut, Blaukraut, Blaukohl, Roter Kappes und französischer Braunkohl. Anthocyan soll das Immunsystem stärken und entzündungshemmend wirken. Diesen Effekt führt man am besten herbei, indem man das Gemüse langsam gart. Rotkohl enthält nämlich viel Ascorbin und das wird durch schonendes Erhitzen in Vitamin C umgewandelt. Mit 100 Gramm Rotkohl soll ein Erwachsener schon die Hälfte seines Tagesbedarfs an Vitamin C decken können. Rotkohl hat außerdem viel Eisen und viele Ballast- und Mineralstoffe – schön gesund! Das lilafarbene Lebensmittel spielt zwar zu Weihnachten in den meisten Haushalten neben Gans oder Ente die zweite Hauptrolle auf dem Teller. Trotzdem steht es auch im Mittelpunkt unseres Januar-Rezeptes. Denn im Handel ist Rotkohl fast das ganze Jahr über erhältlich und man kann ihn auch gut aufbewahren: Gut verpackt bleibt er im Kühlschrank bis zu 14 Tage haltbar. Und natürlich gibt es ihn ja auch schon fertig zubereitet in Gläsern und Konserven im Supermarkt. Gleichwohl ist er frisch auf den Tisch wie bei allen Nahrungsmitteln natürlich immer am besten. Die Frische eines Rotkohls erkennt man übrigens an einem relativ festen Kopf mit kräftigen festen, leicht glänzenden Blättern und einer satten Farbe. Die gibt einem Gericht den finalen optischen Schliff – siehe Rezept à la Madame Cuisine!

© Madame CuisineSonja Stötzel arbeitet in ihrer Küche

Madame Cuisine kocht für IKK-Versicherte

Ab jetzt wird’s köstlich im eMagazin von aktiv+gesund! Sonja Stötzel, die Macherin des Kochblogs „Madame Cuisine“, bloggt ab sofort exklusiv für die Versicherten der IKK classic. Mit jeder neuen Ausgabe wird sie ein neues Lieblingsrezept mit Anleitung zum Nachkochen vorstellen. Und das sechsmal im Jahr!

© Madame Cuisine

Und das braucht man:

Zutaten für zwei bis drei Personen:

  • 500 g Kartoffeln
  • 250 g Rotkohl
  • 1 Seelachsfilet
  • 100 ml Milch
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 2 EL Butter + etwas für die Form
  • 1 Schuss Rotwein
  • 1-2 TL Rohrzucker
  • 1 Lorbeerblatt
  • 3-4 Wacholderbeeren
  • 2-3 Zweige frischer Majoran
  • 100 g Crème fraîche
  • 100 ml Sahne
  • Salz, Pfeffer, geriebene Muskatnuss
  • 50 g frisch geriebener Parmesan

Und so geht's:

Madame Cuisine kocht Rotkohl-Kartoffel-Auflauf

© Madame Cuisine

Zubereitung

1. Die Kartoffeln schälen, waschen und auf dem Gemüsehobel in dünne Scheiben hobeln. Kartoffeln in einer Mischung aus 100 ml Milch und Wasser, einer geschälten Zehe Knoblauch und etwas Salz für ca. 5 Minuten vorkochen.

2. Den Rotkohl putzen, ebenfalls dünn hobeln und über einem Sieb unter kaltem Wasser gründlich abspülen.

3. 1 EL Butter in einem Topf erhitzen. Den Rotkohl darin zusammen mit dem Lorbeerblatt und den Wacholderbeeren bei milder Hitze für einige Minuten andünsten, dabei gelegentlich umrühren. Den Rotkohl mit Zucker bestäuben, umrühren und mit einem Schuss Rotwein ablöschen. Bei geschlossenem Deckel und kleiner Hitze etwa 20 – 25 Minuten köcheln lassen, dabei immer wieder umrühren und ggf. noch etwas Flüssigkeit (Wasser) hinzufügen. Das Lorbeerblatt entfernen.

4. Den Seelachs unter kaltem Wasser abspülen, mit Küchenpapier trocken tupfen und in Stücke schneiden.

5. Eine Auflaufform mit Butter ausfetten und mit der Hälfte der Kartoffelscheiben auskleiden. Die Hälfte des geriebenen Parmesans darauf geben, anschließend den Rotkohl. Seelachs auf dem Rotkohl verteilen.

6. Crème fraîche und Sahne miteinander verrühren und kräftig mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Majoran waschen, die Blättchen abzupfen, fein hacken und bis auf einen EL zur Crème fraîche geben.

7. Crème fraîche über den Seelachs geben und alles mit den restlichen Kartoffelscheiben abdecken. Übrigen Parmesan über den Kartoffeln verteilen und 1 EL Butter in Flöckchen darüber geben. Restlichen Majoran über das Gratin streuen und im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad Ober-/Unterhitze für ca. 40 Minuten backen.

Guten Appetit!

"Gemüseschneiden ist mein Yoga"

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