Interview: Männergesundheit

Im Interview gibt Experte Dr. Dr. Michael Despeghel Tipps, wie Männer zu einem gesünderen Lebensstil finden

Mehr Männergesundheit - eine App hilft

Männer gehen ungern zum Arzt. Das wäre nicht so schlimm, würden sie gesund leben. Tun sie aber nicht: Männer rauchen und trinken mehr als Frauen, und fast zwei Drittel haben Übergewicht. Grund genug, das starke Geschlecht zu einem gesünderen Lebensstil zu motivieren – Dr. Dr. Michael Despeghel, 57, Wissenschaftler und Experte für Präventivmedizin sowie Mitglied des wissenschaftlichen Beirates der Stiftung „Männergesundheit“, weiß, wie!

Herr Dr. Dr. Despeghel, warum gehen Männer so ungern zum Arzt?

Dr. Dr. Michael Despeghel: „Anders als die Frau sieht der Mann seinen Körper als Maschine, die zu funktionieren hat. Wenn er zum Arzt geht, hat er Angst, dass der Arzt einen Defekt an der Maschine entdecken könnte. Hat der Mann Schmerzen oder sonstige Befindlichkeitsstörungen, hofft er lieber darauf, dass der Körper den Defekt von selbst wieder richtet, als ihn untersuchen zu lassen. Eine Frau geht im Schnitt nach drei Tagen zum Arzt, ein Mann mit demselben Schweregrad an Beschwerden im Schnitt erst nach vierzehn Tagen.“

 

Aber warum nur?

Dr. Dr. Despeghel: „Das ist archaisch bedingt. Der Mann hat seine Rolle als Kämpfer und Jäger so verinnerlicht, dass er bei möglichen Schwächen seines Körpers einfach den Kopf in den Sand steckt. Das ist fatal, jährlich erkranken rund 68.000 Männer am Prostatakarzinom, jeder fünfte Mann stirbt an Diabetes!“

Hat der Mann Schmerzen, hofft er lieber darauf, dass der Körper den Defekt von selbst wieder richtet

Als Beiratsmitglied der Stiftung Männergesundheit haben Sie gemeinsam mit der IKK classic eine App entwickelt, die es jedem Mann ermöglichen soll, mit möglichst wenig Aufwand ein gesundes Leben zu führen. Was leistet das Minimalprogramm für die Männergesundheit?

Dr. Dr. Despeghel: „Die App ermittelt das biologische Alter des Mannes und die Bereiche, in denen er seinen Lebensstil optimieren sollte, sie prüft also, ob bei ihm Fehlernährung, Bewegungsmangel, Stress oder Alkoholmissbrauch vorliegt. Die App erstellt dann ein ganz persönliches Coaching-Programm mit täglichen Aufgaben, die einfach zu realisieren und in den Alltag einzubauen sind.“

Zum Beispiel?

Dr. Dr. Despeghel: „Führt zum Beispiel Bewegungsmangel zum ungesunden Lebensstil, schlägt die App dem User vor, zweimal pro Woche jeweils 20 Minuten zu walken und zweimal pro Woche acht Kraftübungen für die Ausdauer zu machen. Ist Fehlernährung das Problem, soll sich der Mann an vier Tagen pro Woche gesund ernähren, ohne Weißmehl, ohne Zucker, ohne Alkohol.“

 

Was leistet die App in Sachen Datenschutz?

Dr. Dr. Despeghel: „Die Daten werden anonymisiert, die User melden sich über ein selbst gewähltes Kennwort an. Dritte können die Daten keiner Person zuordnen, Identitätsdaten fragt die App zu keiner Zeit ab.“

 

Wo bekommt man die App?

Dr. Dr. Despeghel: „,GeM‘, die neue Gesundheits-App für den Mann, ist für Männer, die bei der IKK classic versichert sind, kostenfrei erhältlich. Die Zugangsdaten kann man auf der Website der IKK classic anfordern.“

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