Was tun, wenn die Wirbelsäule streikt?

Oft reicht eine falsche Bewegung – und jede weitere wird zur Qual. Doch in den meisten Fällen ist der sogenannte „Hexenschuss“ leicht wieder in den Griff zu bekommen und kein wirklicher Anlass zur Sorge.

Was tun, wenn die Wirbelsäule streikt?

Es kann jeden treffen. Und zwar in jedem Alter. Oft reicht eine Nacht auf einer zu weichen Matratze, das Heben eines schweren Gegenstands oder zu viel Arbeit im Sitzen schon aus – und ein plötzlicher, heftiger Schmerz fährt in den Rücken und macht alle weiteren Aktivitäten erst einmal unmöglich. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Der sogenannte „Hexenschuss“ ist zwar äußerst unangenehm, aber in den meisten Fällen nicht wirklich schlimm.

 

In der Akutsituation helfen Schmerzmittel, lokale Wärme oder auch die sogenannte Stufenbettlagerung. Das heißt, in Rückenlage werden die Beine in einem 90-Grad-Winkel abgelegt, um die Wirbelsäule zu entlasten.

Dauert der Schmerz an, sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden. Es gilt dabei abzuklären, ob nicht doch ein Bandscheibenvorfall vorliegt. Aber Dr. Markus van Emden, niedergelassener Orthopäde aus Düsseldorf, gibt Entwarnung: „Von 100 Rückenpatienten haben nur rund zehn Betroffene wirklich einen Bandscheibenvorfall. Bei den meisten handelt es sich um eine Blockierung der Wirbelsäule, Verspannungen der Muskulatur oder um eine Problematik der kleinen Wirbelgelenke.“

Von 100 Rückenpatienten haben nur zehn einen Bandscheibenvorfall

Kehren die Rückenschmerzen immer wieder, ist es ratsam, durch eine Röntgenaufnahme zu ermitteln, ob nicht ein Beckenschiefstand oder eine Verbiegung der Wirbelsäule dafür ursächlich ist. „Mit der richtigen manuellen Therapie ist es in der Regel dann kein Problem, den Schmerz in den Griff zu bekommen“, erklärt Dr. van Emden. Dazu zählen etwa Akupunktur, Physiotherapie oder gezieltes Spritzen durch einen Facharzt.

Fünf bis zehn Minuten Training am Tag

 

Auch in puncto Operationen gibt es Entwarnung. Denn selbst in der kleinen Gruppe der Patienten mit Bandscheibenvorfall ist es wiederum nur ein kleiner Teil, der zwingend operiert werden muss. „Eigentlich ist das nur noch der Fall, wenn Patienten unter starken Gefühlsstörungen am Bein oder Lähmungserscheinungen leiden“, erläutert der Orthopäde.

Oft helfen auch die richtigen Präventivmaßnahmen, um gar nicht erst einen „Hexenschuss“ zu erleiden. Regelmäßige Bewegung, Zeit für Entspannung und rückengerechtes Verhalten am Arbeitsplatz oder beim Heben von schweren Gegenständen sind dabei wichtige Säulen. Das Gute für alle Bewegungsmuffel: Kleine Trainingseinheiten von fünf bis zehn Minuten pro Tag reichen oft schon aus, um die Rückenmuskulatur zu stärken.

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